Gedanken, die keiner versteht

Manchmal weiß ich nicht wo oben und unten ist. Vor allem in letzter Zeit. Ich tue Dinge, die ich früher für moralisch unvertretbar hielt. Ich denke nicht nach und bereue.

Mein Verstand ist total durcheinander gewürfelt. Was früher rot war, ist heute grün. Wo früher die Alarmglocken läuteten, ist heute nur zaghafter Nebel.

Ich hab die Durchsicht verloren. Ich handle ohne zu denken. Impulsiv wie immer. Doch verstehe ich mein Handeln nicht. Ich kann es selbst nicht nachvollziehen.

Es fällt mir schwer in Worten zu verpacken, wie ich mich fühle und doch versuche ich es immer und immer wieder, um den Leuten mein Verhalten zu erklären. Ich rede und rede, doch keiner scheint zu verstehen, was in mir vorgeht. Und irgendwann habe ich aufgehört. Aufgehört, den Leuten zu sagen, was ich fühle und denke. Denn es scheint, als verstünde niemand meine Worte und das was ich tue. Ich will mich nicht rechtfertigen müssen. Ich will mich nicht bemühen und am Ende doch dastehen und ratlos angeschaut werden. Und dann urteilen die Menschen auf einmal. Sie be- und verurteilen auf einmal dein Verhalten, welches du ihnen in stundenlangen Gesprächen versucht hast zu erklären. Und dann stehst du da und fragst dich: Warum das alles? – Leben und leben lassen.

Doch das können wir Menschen nicht. Wir MÜSSEN uns eine Meinung bilden. Es geht nicht ohne. Und wenn wir diese Meinung haben, müssen auch möglichst viele Leute diese mitgeteilt bekommen und am besten auch übernehmen. Und genau deswegen sage ich so oft „Ich hasse Menschen“. Viele Leute verstehen dies fälschlicher als Arroganz. Aber das bin ich ganz und gar nicht.

Ich möchte ja reden, aber da ich so schlecht ausdrücken kann, was ich fühle und denke, versteht es kaum jemand.

Mir fehlen einfach die Worte um diese Gefühle zu beschreiben. Dieses Gefühl eines herausgerissenen Herzens. Und warum ich manchmal auf einmal anfange zu weinen. Ich kann es euch nicht erklären. Aber anstatt da zu sein, stellt ihr mir bloß tausende Fragen. Und auf keine weiß ich eine Antwort. Und irgendwie nehmt ihr mich dann nicht ernst. Warum weinst du?- ich weiß es nicht. -Das muss man doch wissen!- tue ich aber nicht.

Und dann will ich das Leben genießen. Ich will fühlen. Freude, Spaß. Und dann verstehen die Leute noch weniger. Wieso hat sie Spaß? Sie hat neulich noch geweint. Wieso ist sie so fröhlich und redet so viel? Tut sie doch sonst nicht. Und manche denken, das wäre Stärke.

Und andere sagen sogar, ich wäre gefühlskalt.

Dabei fühle ich sogar sehr viel. Sehr, sehr viel. Ich fühle sogar, wenn es dir schlecht geht. Und ich mache mir Sorgen. Und ich fühle mich schlecht, wenn ich jemanden verletze. Und ich bin traurig, wenn du es bist.

Und ich sage, eigentlich bin ich schwach. Ein so schwacher Mensch.

Aber bin ich nicht dadurch, dass ich das zugeben kann, wieder stark?

Wer weiß das schon. Ich jedenfalls nicht. Ich weiß ja noch nicht mal wo oben und unten ist.

14.2.16 22:09

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